Wieder zum "Dream Team" werden
Von kingcraft, 10:53Wieder zum "Dream Team" werden

Der neue Headcoach Mike Krzyzewski, in den Staaten wegen seines unausprechlichen Namens gerne auch "Coach K" genannt, soll der große Heilsbringer sein. Unter dem Erfolgstrainer der Duke University will das Mutterland des Basketball zu alter Größe zurückfinden und Geschehenes vergessen machen.
Zum Beispiel den sechsten Platz bei der WM 2002 in Indianapolis. Oder den Bronzerang bei den Spielen 2004 in Athen. Beide Turniere werden gerne mit einer arroganten und laschen Spielweise der hoch gelobten Stars in Verbindung gebracht. Dies gedenkt Mike Krzyzewski mit harter Hand zu unterbinden. Wer allein schon den Begriff "Dream Team" im Zusammenhang mit der Mannschaft in den Mund nimmt, muss in die Teamkasse zahlen.
"Dream Team" - der Begriff wurde aus der Taufe gehoben, als die NBA erstmals ihre Superstars zu Olympischen Spielen schickte. 1992, Barcelona. Michael Jorden, Larry Bird, Magic Johnson zauberten auf dem Parkett und deklassierten die Konkurrenz nach Belieben. Die Goldmedaille war die logische Konsequenz. In den letzten Jahren holten die Gegner immer mehr auf und setzten schließlich erfolgreich zum Überholvorgang an. 2002 gewannen die Serben, in Athen holte Argentinien Gold.
"Wir haben Basketball erfunden und unsere Spieler und Trainer zum Lehren in die Welt geschickt. Das zahlt sich jetzt gegen uns aus", sagte Jerry Colangelo, Ex-Besitzer der Phoenix Suns und seit April letzten Jahres beim Dachverband "USA Basketball" für die Nationalmannschaft verantwortlich.
Zeit also für eine US-amerikanische Basketball-Renaissance, oder gar Revolution, wie die Tageszeitung "USA Today" schrieb. Dazu passt zum einen Coach Krzyzewski, denn der setzt auf Disziplin. Zum anderen wurden die Spieler bis 2008 dazu verpflichtet, der Nationalmannschaft bis einschließlich der Olympischen Spiele 2008 in Peking bei allen Länderspielen und zu Trainingslagern in der NBA-Sommerpause zur Verfügung zu stehen.

Sieht man von den verletzten Protagonisten Shaquille O'Neal (Miami Heat) und Kobe Bryant (Los Angeles Lakers) ab, gaben alle ihre Einverständniserklärung ab.
"Derzeit werden wir weder als Land noch als Mannschaft in der Welt respektiert. Es ist an der Zeit, die Verhältnisse wieder gerade zu rücken", gibt beispielsweise Carmelo Anthony den Grund für die Motivation der Spieler an. Das Team ist offenbar schon enger zusammengerückt. So ließ es sich Kobe Bryant nicht nehmen, seine Kollegen in Fernost zu besuchen und als Fan zu unterstützen.
"Diese Mannschaft hat das Zeug, den Titel zu holen. Wir müssen nur den Egoismus ablegen und als Team gegen den Rest der Welt auftreten", so der Ausnahmekönner und appelliert an die Ehre der Spieler.
Als Teamkapitäne fungieren die wahrscheinlich besten Punkteschützen LeBron James, Carmelo Anthony und Dwyane Wade, der Miami in diesem Jahr gegen Nowitzkis Dallas Mavericks zum NBA-Titel führte.
Am Samstag geht es los für den Turnierfavoriten. In Sapporo wartet Puerto Rico auf die USA.